DGM Docs 2023

Hier sind die Steckbriefe der motivierten Menschen, die 2023 am Doc-Workshop der DGM teilnehmen. Selbstverständlich könnt und sollt ihr euch auch vernetzen, jedoch veröffentlichen wir auf der Website keine Kontaktdaten (außer auf ausdrücklichen Wunsch). Darum bitten wir euch, bei Interesse einfach eure Kontaktdaten direkt im Workshop auszutauschen, falls ihr das wollt. Ihr könnt auch gerne eine Anfrage über unsere Mailadresse doc@musikpsychologie.de stellen, falls wir zu jemandem Kontakt herstellen sollen.

Nina Düvel (HMTM Hannover)

Den leisen Schlägen auf der Spur: Ghostnotes und Groove in Schlagzeug-Patterns der populären Musik

Thema:
+ Entwicklung eines deutschen Fragebogeninstruments zur Messung von Groove-Erleben (Experience of Groove Questionnaire, EGQ)
+ Qualitative Experteninterviews mit Schlagzeugern über Ghostnotes, deren Eigenschaften und Wirkungen z. B. auf das Groove Erleben
+ Quantitative Untersuchung der Wirkung von (verschieden lauten) Ghostnotes auf das Groove-Empfinden

Besonders freut mich…
Dass ich sie vor ein paar Wochen fertig geschrieben und abgegeben habe. Und dass das nicht so schlimm war wie befürchtet.

Besonders frustriert mich…
Dass ich meine Ergebnisse und das Fazit noch immer nicht präzise und kurz benennen kann. Und ich weiß noch nicht, wie ich die Disputation vorbereiten sollte.

Tristan Eissing (IMMS Halle)

(vorläufig) Musik als Risikofaktor für Menschen mit einer substanzgebundenen Suchterkrankung

Thema:
+ Explorative Studie mit Mixed-Methods-Design zu den Faktoren, die Musik risikoreich für das Aufrechterhalten der Abstinenz machen können
+ Einbezug von der Rolle des Musikgeschmacks und dessen Veränderung von Konsumphase zu Abstinenz
+ Risikofaktoren bspw. Emotionen/Emotionsregulation, Identität, Wahrnehmung, Konditionierung, Subkultur/Szene

Besonders freut mich…
ein gesellschaftlich relevantes Thema bearbeiten zu können, das einen großen potentiellen Mehrwert für Menschen haben kann, weil das Thema bisher fast gar nicht erforscht wurde.

Besonders frustriert mich…
Die Abhängigkeit von Dritten, insb. den wirklich sehr langsam entscheidenden Gremien deutscher Suchthilfeeinrichtungen und den daraus entstehenden, unbeeinflussbaren zeitlichen Verzug.

Maren Hochgesand (TU Dortmund)

Erleben von Musik im Live-Konzert. Wirkungen auf Synchronisation und soziale Bindung

Thema:
+ gemeinsames, synchrones Bewegen kann sich positiv auf die Stimmung, Kooperation, soziale Bindung und prosoziales Verhalten auswirken
+ Fragestellung: Gibt es Zusammenhänge zwischen dem Entrainment des Pulikums in Konzerten im Bereich Pop/Rock/Jazz und der Stimmung, der sozialen Bindung zu den anderen Personen im Publikum und prosozialem Verhalten?
+ Untersuchung im möglichst ökologisch validen Setting: Entrainmentmessung mit zwei tragbaren Accelerometern an zwei Punkten am Körper, Messung weiterer Vaiablen mittels Fragebogen und Spendenverhalten; später sollen ggf. weitere phyiologische Daten (Herzrate, Hautleitwert) und weitere Methoden einbezogen werden

Besonders freut mich…
Die Selbstständigkeit und Freiheit meiner Arbeit und dass ich in einem Forschungsumfeld tätig bin.

Besonders frustriert mich…
Dass man manchmal tage- oder wochenlang an einem Problem tüftelt und keine Ergebnisse sieht.

Miriam Knebusch (FAU Erlangen-Nürnberg)

(Ein kreativer Titel befindet sich noch in der Entwicklung…)

Thema:
+ Motivation: musikalisches Interpretieren besser unterrichten
+ bisherige Praxis: Vormachen-Nachmachen, Metaphern etc. – basiert nicht auf Theorie, wie Interpretieren erlernt werden kann
+ die meisten Theoriemodelle setzen eine Zielvorstellung voraus – wie wird diese entwickelt?
+ Arbeitshypothese: Details anderer Interpretationen müssen zunächst wahrgenommen werden, um für die eigene Gestaltungsentscheidung verfügbar zu sein
+ welche Zusammenhänge zwischen Wahrnehmungsfähigkeiten und Interpretationsfähigkeiten am Instrument existieren?

Besonders freut mich…
sich wirklich in etwas vertiefen, ständig tauchen neue Ideen für weitere Forschung auf

Besonders frustriert mich…
dass so selten Zeit für die Dissertation ist

Mia Kuch (Universität Hamburg)

Psychologische Implikationen des mobilen Musikhörens

Thema:
+ Feststellung der Verbreitung/Relevanz und zugrunde liegender Strukturen mobiler Musikfunktionen und -erfahrungen
+ Identifikation von Eigenschaften und Mechanismen einer veränderten Umweltwahrnehmung beim mobilen Musikhören (Umwelt ästhetisieren vs. ausblenden)
+ Untersuchung des Einflusses von Musik auf die Wahrnehmung sozialer Alltagssituationen

Besonders freut mich…
Sie wird irgendwann fertig sein. Die Datenanalyse. Auch wenn meine Datensätze bisher wesentlich chaotischer waren als die in den Lehrbüchern und Tutorials …

Besonders frustriert mich…
Ganz grundsätzlich: Dass die Zeit so wahnsinnig schnell verfliegt bzw. die Bearbeitung einzelner Aufgaben so unerwartet viel Zeit in Anspruch nimmt – Am Ende des Tages wundere ich mich oft, wie wenig ich auf dem Papier eigentlich geschafft habe. Und das Schreiben. Und die Teilnehmer-Rekrutierung kann auch wirklich nerven (war jetzt bei einer ESM-Studie besonders schlimm).

Miguel Machulla (Universität TU Dortmund)

(Idee) Zur Wahrnehmung feministischen Deutsch-Raps – eine empirische Annäherung

Thema:
+ Endlose Diskussion über feministischen Erfolg/feministisches Scheitern von Deutsch-Rap auf Basis von Theorien der Gender Studies
+ Empirische Rezeptionsstudien müssen her
+ Wird vermeintlich feministischer Deutsch-Rap auch tatsächlich als solcher wahrgenommen?

Besonders freut mich…
Aktuelle und gesellschaftliche Relevanz; Konstruktion von Geschlecht und seiner Wahrnehmung in einem der aktuell populärsten Musikgenres

Besonders frustriert mich…
Vereinigung der Ansprüche beider Disziplinen, Musikwissenschaft und Gender Studies; Alleinige Ausbildung in Musikwissenschaft

Luca Matsukawa (Universität Köln)

(Masterarbeit) How much difference makes a difference? The relevance of tempo differences in musical tempo in perception of valence and activity

Thema:
+ Musikmedizinische Forschung mit kardiologischem Fokus differenziert gelegentlich nicht in der Wirkung von Tempodifferenzen von bis zu 20 beats per minute. + Dann werden Stückauswahlkriterien für die Stimuli der zu untersuchenden Frage in einem Tempobereich von 60–80bpm festgelegt.
Die Arbeit behandelt die Frage, ab wann für einer Differenz signifikante Unterschiede in der Wahrnehmung der Valenz und Aktivität eines Stücks entstehen. So kann ein Versuch unternommen werden, genauere Tempobereiche für zukünftige Forschungen festzulegen.

Besonders freut mich…
Dass ich ein musikwissenschaftliches Thema gefunden habe, mit dem ich zumindest am Rande musikmedizinische/musiktherapeutische Forschung voranbringen kann.

Besonders frustriert mich…
Ich habe kaum mit der Recherche begonnen (bin erst am Ende des ersten Mastersemesters), kann also diese Frage bislang noch nicht sinnvoll beantworten.

Kilian Sander (HMTM Hannover)

(Arbeitstitel) Die audiovisuelle Interpretation: Einfluss der visuellen Komponente von Musikdarbietungen auf deren Bewertung

Thema:
+ Musikdarbietungen mit visueller Komponente werden im Mittel besser bewertet
+ Gemeinsame Auftreten von Klang und visuellen Reizen kann zu einer neuen Gesamtwahrnehmung führen (e.g., McGurk Effect)
+ Es gibt Belege dafür, dass tonlose Videos von kurzer Dauer ausreichen, um den/die Sieger/in eines Musikwettbewerbs zu bestimmen („vision heuristic“, Tsay, 2013, 2014)
+ Ziele: Konzeptionelle und modifizierte Replikation der vision heuristic, Bewegung als möglicher Prädiktor für Bewertung

Besonders freut mich…
Die Aufbereitung der Statistik in einem eigenen R Paket.

Besonders frustriert mich…
Das Exposé ist noch nicht fertig geschrieben, das für die Einschreibung als Promotionsstudent notwendig ist.

Lisa Schön (HfM Weimar)

Individualisierte Musikinterventionen für Menschen mit Demenz – Fallstudien, Musikanalysen, Anwendungen

Thema:
Die Dissertation befasst sich mit der Wirkung von individualisiertem Musikhören auf Menschen mit Demenz anhand von 10 Fallstudien von Menschen mit Demenz, die Teilnehmende des Studienprojekts „Individualisierte Musik für Menschen mit Demenz in der institutionellen Pflege“ der FSU Jena waren. Die inhaltlichen Hauptkapitel befassen sich mit Rhythmik, Musik als Freizeitaktivität, Aspekten der Individualisierung, traurigen und schönen Musikerfahrungen im episodischen Erinnern, dem Einfluss lebenslangen Musizierens und dem richtigen Maß an Einfachheit.

Besonders freut mich…
Die Nähe zur Praxis und das Ziel, anwendungsbezogene Forschung zu machen.

Besonders frustriert mich…
An meiner Dissertation selbst frustriert mich nichts. Ich kann aber sagen, dass es mir im Schreibprozess immer wieder schwer fällt, die Argumente meiner Arbeit gut verständlich zu strukturieren und ich dankbar bin, dass mein Betreuer mir dafür immer wieder eine Einschätzung von außen gibt.

Bettina Zeidler (Universität Graz)

Bettina Zeidler kann leider aufgrund der weiten Anreise aus Graz doch nicht zum Workshop kommen – dennoch nehmen wir sie in die Liste der 2023er Docs auf, da sie auf der Haupttagung anwesend sein wird. Einem Kennenlernen und Vernetzen steht also nichts im Wege!

Katharina Zink (FAU Erlangen-Nürnberg)

Grundvorstellungen in Musik

Thema:
Was stellen Lernende sich vor, wenn sie musikalische Inhalte lernen? Das in der Mathematikdidaktik entwickelte Grundvorstellungskonzept hilft dabei, Lernende im Lernprozess zu begleiten und Fehlvorstellungen aufzudecken und zu korrigieren. In meiner Dissertation möchte ich gerne herausfinden, was musikspezifische Grundvorstellungen sind, welche Grundvorstellungen es in einem spezifischen Themengebiet (z.B. Notenwerte) gibt und ob die Förderung dieser Grundvorstellungen einen Mehrwert für den Lernprozess von Lernenden darstellt.

Besonders freut mich…
Die Motivation zu meiner Dissertation kommt aus meiner Unterrichtspraxis und soll auch einen Mehrwert für die Praxis bieten. Dass ich dabei auf ein Konzept aus der Mathematikdidaktik (meinem zweiten Schulunterrichtsfach) zurückgreifen kann, freut mich sehr.

Besonders frustriert mich…
Da ich noch ganz am Anfang meiner Dissertation stehe, ist tatsächlich noch alles „Friede, Freude, Eierkuchen“. 😉

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